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Schon mein Name Dirk Galperin ist eine ungewöhnliche Kombination eines deutschen Vor- mit einem russischem Nachnamen,die Familie strandete vor ca. 100 Jahren - geflohen vor wirren, vorrevolutionären Zeiten - im deutschen Norden. Meine Persönlichkeit hat wohl ähnlich verschiedene und widersprüchliche Facetten. Da gibt ist die eher analytische, vernunftgesteuerte deutsche Seite, die ich im Berufsleben als IT Projektspezialist auslebe. Diese befindet sich im ständigen Kampf mit meiner russisch schwärmerischen, emotionalen und genußsüchtigen Seite, die sich mit voller Hingabe der Musik und den anderen schönen Dingen des Lebens verschreibt - davon soll hier mehr die Rede sein :-) Die Gitarre war schon ein früher Traum von mir - schon als 6-jähriger lag für mich das erste, noch nicht spielbare Showinstrument unter dem Weihnachtsbaum. Mit 10 Jahren dann der Sprung auf's Musik Konservatorium - harte 2 Jahre mit Blockflöte ( "Mein Gott - was habe ich sie gehasst" ) und Musiktheorie bevor man an ein sogenanntes "ordentliches Instrument" herangelassen wurde - im meinen Fall also ein echtes "Happy End", als ich die erste mit Nylon bespannte Konzertgitarre in der Hand halten durfte. Im vierten Jahr der klassischen Ausbildung beging dann meine Gitarrenlehrerin einen verhängnisvollen Fehler - sie brachte mir die ersten Akkorde bei, was in kurzer Zeit zur privaten Erkundung aller gängigen Songbooks ( Beatles / Bob Dylan / Cat Stevens / etc. ) führte, so daß die klassische Gitarre sehr schnell in den Hintergrund rückte. Mit 16 kam das musikalische Erweckungserlebnis - ich hörte zusammen mit meinem besten Freund Andreas Merk eine alte, verstaubte Cassetten-Aufnahme von "Sonny Terry & Brownie Mc Ghee" - den ungekrönten Königen des Folk Blues. Ein unglaubliches Erlebnis für uns - Musik, die zu 100% aus Seele und Herz bestand, dazu noch zum großen Teil improvisiert, also ohne vorgegebenes Notenblatt. Es war "Liebe auf den ersten Ton" und von da an versuchten wir uns als Ihre deutschen Epigonen. Wir waren darin nach gewisser Zeit so gut, daß amerikanische Freunde meiner Schwester belustigt einen echten schwarzen "Brother Slang" ausmachten, als sie uns singen hörten. Über die Schule lernten wir den Pianisten Joachim Schumacher kennen - er hatte sich als einziger von 1.200 Schülern auf unser eingereichtes "Blues Projekt" beworben. So wurde aus dem "Folk Blues Duo" ein "Blues & Boogie Trio", die Akustik-Gitarre wurde gegen eine Ibanez E-Gitarre getauscht und fortan tummelten wir uns in der Bremer Musikkneipen-Szene. Ein Schulkonzert führte 1982 zur Bekanntschaft mit einem jungen Redakteur von Radio Bremen, der wohl von der Tiefe des "Blues Feelings" bei so blutjungen Musikern beeindruckt war. Er produzierte mit uns eine Sendung für den Schulfunk mit einer Mischung aus Musik und Interviews - ich habe die Kopie noch - sie ist sehr niedlich und kommt vielleicht mal später auf diese Webpage. In den 80er und 90er Jahren folgten Konzerte in unterschiedlichen Besetzungen - unter anderem wilde Sessions im "Pink Piano" in Osnabrück ( nahe meiner Studienstadt Münster ) oder in den schrägen Blues- und Jazzkneipen in Berlin-Kreuzberg ( der Studienstadt von Joe ). All diese schönen verruchten Berliner Locations wie z.B. das "Blues Cafe" oder das "Jazz for Fun" gibt es wohl heute nicht mehr. Als Quasi Abschluß dieser Zeit nahm ich 1997 mit Andreas in Eigenproduktion die CD "Blues Companions" auf, musikalisch eine geglückte nostalgische Rückbesinnung auf unsere Anfänge als Blues Duo. Ab 1997 folgte der verschärfte Einstieg in das Berufsleben - zudem noch in meinem Fall mit stark projektgeprägter Arbeit, zuerst auf nationaler und dann auf internationaler Bühne. Die Musik verließ mich zwar nie, denn ich brauche sie so dringend wie die "Luft zum Atmen", aber sie rutschte doch viele Jahre stagnierend ins Private zurück. Erst der Kauf neuer Instrumente, zuerst einer 35th Anniversary Ovation und dann einer 12-saitigen Gitarre gab erste Inspiration und Spielfreude zurück. Machen wir's hier kurz - damit war meine kreative Blockade gebrochen und ich begann vor ca. 7 Jahren Musik für Sologitarre zu schreiben. Anfang 2006 waren die Solostücke so zahlreich geworden, das ich zum ersten Mal dachte, das Material könnte für ein Soloprogramm reichen. Gleichzeitig spürte ich den Drang diese neuen sehr persönlichen Songs - musikalisch ein Mix von Folk, Blues, Country, Jazz und Balladen - der Öffentlichkeit vorzustellen. Musik, die in den eigenen vier Wänden verkümmert taugt eben nichts, sie fängt eben erst dann zu leben an, wenn sie mit anderen Menschen geteilt wird. Das führte im Mai 2006 zur Premiere in der "Kornbrennerei" in Verden, für mich ein aufregender Abend, da ich zum ersten Mal Solo auf der Bühne stand und das mit fast ausschließlich eigenen Songs, die außer engen Freunden noch nie jemand zuvor "live" gehört hatte. Ich habe den Konzertabend in der "Kornbrennerei" wie eine musikalische Neugeburt erlebt - ein einmaliges Gefühl zu spüren, daß die eigene Musik andere Menschen emotional erreichen kann - das Feedback der lokalen Presse in Verden fiel entsprechend positiv aus. Ermutigt von Freunden reifte schnell die Idee zum ersten Mal eine professionelle Aufnahme zu machen. Ein Glücksfall führte mich schließlich im November 2006 in die Hände der THEIN STUDIOS in Bremen - manchmal gibt es ja Schicksalsbegegnungen im Leben und die Begegnung mit Friedrich & Doro Thein war mit Sicherheit eine davon.
Vor vier Jahren erblickte meine Solo CD "Say Goodbye With A Smile" das Licht der Welt - ein Album mit viel positiver Energie, das nur hier und da von einem Hauch zarter Melancholie umspült wird. Inzwischen hat sich ein kleines Brüderchen dazugesellt, "The Sentimental Continental EP", die ich im Februar 2011 im Hörwerk Tonstudio in Bookholzberg aufnahm. Ein kleines kreatives Licht mit weiteren Solo Guitar Exkursionen :-)
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